Die Session des Jahres - Karpfenangeln am grossen Stausee in Südfrankreich

Teil 1 der Blog-Reihe Natur, Rosé und dicke Wasserschweine im Süden.

Die Anfahrt - Die ersten Fische

Mitte Juni ging es für eine Woche an ein Gewässer von welchem wir im Vorfeld keinerlei Infos oder Berichte hatten. Schwer habe ich mich damit getan, irgendetwas über den See herauszufinden...

Das Ziel: Ein Campingplatz im Süden Frankreichs, von dem wir direkt Fischen konnten und ein Hund erlaubt ist. So machte ich mich Abend für Abend auf die Suche und fand nach etlichen tollen grossen Blauen endlich etwas passendes. Kurzerhand per Übersetzer nach Frankreich geschrieben und ein Platz auf dem Camping war für uns reserviert. Aus Schutz und Respekt vor denn dort einheimischen Anglern werde ich auch hier keine Gewässer-Namen bekannt geben.

Nun, angekommen nach über 8 Stunden Fahrt begannen wie bereits am Nachmittag erste Spots zu lokalisieren und konnten tatsächlich einen grösseren Trupp Karpfen beim Sonnen im Flach-Wasser sehen.. Die Freude war gross, doch jetzt sollten sie noch mögen zu Fressen..

Die erste Nacht verlief enttäuschend ruhig, ausser einer Schleie, schwiegen alle 4  Nash Siren R3 Pieper, welche wir dort im Einsatz hatten.

Am nächsten Tag begann ich auf hoher Entfernung zu suchen und fand auf über 400 Meter Distanz ein kleines Plateau, unweit von dort wo ich dann auch einige dicke Spiegler sah.. (gemessen mit Google Maps Distanzen-Messer)

Die wollten wir natürlich. Da muss eine Rute hin. Kurzerhand die Rolle mit der meisten Schnur drauf und hin zum Spot und wieder zurück zum Camping... Phuuuuu hat gereicht, also Bremse komplett zu und die letzten 20 Meter sichern 😂🙏

Abends sassen wir dann bei einer Flasche Rosé und wunderbarem Wetter vor dem Zelt und dann der ersehnte Ton: Piep Piep... Und Schluss. In mir schoss das Adrenalin hoch und ich wusste genau welche Rute nur 2x piepen wird. Nämlich diese, bei welcher der Swinger nur hoch bis zum Anschlag gehen konnte und die Schnur dann komplett blockiert war.

Ab aufs Boot und raus, hin zum Fisch. Nach einem wahnsinnig ausdauernden Drill im Frei-Wasser und einer exzessiv wirkenden Bremse war es soweit. Der Erste Franzose lag im Kescher und es war ein Guter. Als Köder verwendeten wir über den ganzen Trip hinweg einfache Snowmans mit 20mm Boilies NutCase und 16er Fluo Popis von MTC. Einfache No-Knot MultiRigs welche wir lang gebunden am grossen 2er Haken gebunden haben und auf den kiesigen Spots anboten.

Nun, nach 2 Schuppis (welche wir übrigens zu 90% fangen, egal wohin wir bis jetzt gingen) wollten wir natürlich einen der Spiegler im Netz begrüssen, welche wir zuvor gesehen haben. Die massiven Rücken der Tiere war unglaublich, es zeugte also davon dass die Durchschnitts-Grösse sehr hoch ist an diesem See.

Pünktlich am nächsten Morgen um 05.16 Uhr klingelte für einmal nicht der Wecker, sondern die Sounderbox gab ihr Bestes von sich. Die Fische begannen nun einen weiteren Spot anzunehmen, welchen ich ein Tag zuvor ordentlich mit Futter präpariert hatte. Dazu dienen mir XXL Tigernüsse und grosse 26mm Boilies.

Ich bin mir sicher, dass die Plätze durch das nicht sonderlich attraktiv sind für Weissfische und Krebse etwas länger haben, um einen Futterplatz leer zu räumen.

 

Endliiiich, ein Spiegler. Und er war voll mit Milch… Laichen die jetzt etwa? Werden wir wohl die nächsten Tage als Schneider wieder nach Hause fahren? Oder erleben wir gerade eine Laichpause, da kaltes Flusswasser in den See strömte?

 

Laichzeit, aber die Spiegler rennen uns ab?

 

Nachdem der erste Spiegler ein Milchner war und er uns dies ordentlich auf der Matte zeigte, begannen wir die Situation zu diskutieren und kamen zum Entschluss, dass die Fische wohl mit dem Laichen begonnen haben könnten, aber durch das kalte Wasser, gestört wurden und dies unterbrochen haben. Auf jeden Fall…

 

Sie waren hungrig und liessen uns keine Nacht mehr durchschlafen.

 

Ab dem dritten Tag fingen wir uns durch etliche Spiegler und die prallen Bäuche der Fische waren eindrücklich und zugleich wogen die Fische hohe Gewichte. Obwohl mir Gewichte eigentlich total egal sind, ich deswegen auch keine Fische mehr wiege, mag ich doch die fetten Wasserschweine.

Selina konnte ihre Drill-Fähigkeiten unter Beweis stellen und verbessern und ich unbeschwert in der letzten Abendsonne einige Spiegler über den Kescherrand ziehen.

 

Mit auf den Trip nahm ich circa 60 Kilo Boilies, von denen circa 40 Kilo denn Weg in die fetten Spiegler fand. Den Rest habe ich in der Rhone versenkt und wieder mit nach Hause genommen.

Dazu circa 20 Kilo Tigernüsse und einige Hard Hookbaits um Krebsen vorzubeugen.

Gedrillt und gerudert wurde auf einem 2.70m Schlauchboot mit Kiel, was ein klarer Vorteil ist, wenn man zusätzlich einen E-Motor benutzt.

 

Toll war die Möglichkeit, alle Akkus und Batterien auf dem Campingplatz zu laden und eine Kühlbox in Betrieb zu nehmen. Wir sind wahnsinnige Rose-Trinker und Gotten froh über diese kühle Wohltat.

Das Wetter war eine einzige Katastrophe und erinnerte eher an einen verregneten Herbst mit Nebel als eine späte Juni-Woche. Da wir konstant Fische fingen, liess uns dies im wahrsten Sinne des Wortes kalt. Regenjacke und die Vass Camo Wathose taten ihren vollen Dienst und liessen uns durch die nassen Tage gehen.

 

Die Bilder sprechen für sich… unser Trip ist zu einem wahrhaften Karpfen-Traum geworden und wir genossen das Hoch mit viel gutem Essen und tollen Bekanntschaften welche wir auf dem Campingplatz geschlossen haben.

 

 

 

Wildschweine und ein Wasserschwein

 

Die Tage vergingen wie im Flug, nachts wenig gepennt, lagen wir morgens noch lange im Bett. Doch der vorletzte Morgen sollte anders werden, denn die weite Rute kreischte erneut los und noch völlig verschlafen und mit einem Puls von wahrscheinlich über 200 war ich doch tatsächlich schon wieder im Boot und fuhr einem druckmachenden Fisch hinterher. Sofort spürte ich konstante, lange Fluchten und der Fisch lag mit seinem vollen Gewicht rein. Nach einigen…und damit meine ich Einigen Fluchten kam der Fisch das erste Mal hoch und als ich seine Flanke sah, wusste ich was da am anderen Ende hängt.

 

«Jetzt einfach Ruhe bewahren, auch denn kriegst du»

 

Und so war es dann auch. Da lag das Teil vor mir. «Wahnsinns Fisch» schrie ich über den grossen Stau und fuhr direkt zum Platz zurück, um das gute Ding abzulichten und sofort wieder schwimmen zu lassen. Ich würde sagen mein Spiegler PB ohne ihn gewogen zu haben…

Am letzten Abend hatten wir dann noch Besuch von 4 Wildschweinen, welche sich unmittelbar neben uns aufhielten und gemächlich nach Nahrung suchten. Natur pur, genau das was wir uns erhofft hatten.

 

 Überglücklich und total am Ende verliessen wir nach 6 Nächten den Stausee und wollten uns an einem aufgestauten See der Rhone, ebenfalls auf einem Campingplatz die restliche Zeit totschlagen. Kühles frisch gezapftes Bier und auswärts Essen dominierte die Zeit bis Sonntag…

 

Mit über 10 Runs in 6 Nächten wohl eine Traum-Session für uns.....

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